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Sind Blogger die besseren Digital-Strategen?

Strategen haben Sendungsbewusstsein. Genau wie Blogger. Nur dass diese aus der Praxis kommen. Ein Vorteil?

Provokant: Strategen meinen meistens recht zu haben. Zumindest was Kommunikationsprojekte und die Schlussfolgerungen ihrer Empfehlungen betrifft. Sie stellen wichtige Weichen, auf denen später der Zug fährt. Bestimmt liegen sie damit auch in vielen Fällen richtig. Dass sie es auf jeden Fall hervorragend beherrschen, Ideen einen Rahmen zu verpassen, ist Teil des Plans. Selbstbewusstsein gehört einfach dazu. Denn wer traut schon einer unsicheren Empfehlung, an die ein verantwortlicher Planner selbst nicht vorbehaltlos glaubt. Die Freizeichnungsklausel: Mit Hypothesen Standpunkte untermauern.

Strategische Planung:
Theorie auf hohem Niveau

Da haben wir es. Strategische Planung basiert auf verflixt vielen Theorien, die im Idealfall auf Erfahrung und konkretes Wissen basiert. Vier Hypothesen (:-)) warum viele Strategen in der Theorie daheim sind:

  1. Strategen sind nicht lange genug auf dem Projekt, um zu Lernen, was an ihren Annahmen funktioniert hat, und was nicht.
  2. Die Aufgabenstellung ist neu, weswegen Erfahrung durch Recherche und scharfes Nachdenken ersetzt wird.
  3. Zurückgreifen auf Standards, da Kunde oder Agentur nicht mehr erwarten und außerdem die Zeit knapp ist.
  4. Strategen wissen das was, warum und wie, überlassen das operative Doing mit „wie genau“ lieber anderen. Das „warum genauer“ bleibt nicht selten unbeantwortet.

Mehr Praxis, weil das warum genauer den Unterschied macht

Die Nase vorne haben Digitalstrategen die aus Praxis kommen, sei es, weil sie von ihrer Agentur / Unternehmen gewohnt sind vieles selbst zu machen, sowohl technologisch, Daten-analytisch und dabei als Content-Creators auftreten. Zumindest bei der Entwicklung von Empfehlungen, bei der sie ihre Erfahrung in ihre Arbeitsergebnisse mit einfließen lassen können. Das mal als Hypothese :-).

Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt.

Hermann Hesse

Eigene Ziele definieren und lernen

Warum regelmäßige Blogger mindestens einen Vorsprung haben? Weil sie den Erfolg ihrer Hypothesen und Arbeit überprüfen können und damit Wissen aufbauen.

Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.

Konfuzius

Weil der Kern digitaler Kommunikation nicht Technologie ist, sondern Inhalte, geht es um dabei auch um

  • das Evaluieren und Priorisieren zielgruppenrelevanter Themen,
  • das Umsetzen der Inhalte in Wort, Bild, sowie in den richtigen Contentformaten, bei Berücksichtigung der Customer Experience und Suchmaschinenoptimierung,
  • die Distribution des Contents über z.B. soziale Kanäle oder E-Mail und die Betreuung der Community,
  • technologisches Anwenderverständnis über die Möglichkeiten der Distributionskanäle,
  • das Messen des Erfolgs bei steigendem Wissen, was gut eigentlich bedeutet und wie gut positiv und nachhaltig stimuliert werden kann.

In der Berufswelt sind diese Aufgaben nicht selten auf drei oder mehr Köpfe verteilt. Blogger schultern das allein. Sie bestimmen die Themen, Tempo und Lernkurve und verstehen mit jedem Beitrag etwas mehr, welche Unterschiede zu besseren Ergebnissen führen. Dass Blogger nebenbei ihr persönliches Netzwerk um Praktiker erweitern, die eine Leidenschaft verbindet, macht den Wissensaufbau leichter.

Brust raus, Kopf hoch!

  • Ein erfolgreicher Blog ist sehr befriedigend, besonders wenn der Traffic steigt und Zahlen belegen, dass einiges ganz richtig läuft. Das festigt die Expertise bei Fragen, wo es tatsächlich ein Richtig oder falsch gibt.
  • Die fachliche Weiterentwicklung ist nicht mehr so abhängig von der Projektlage, sondern lediglich dem eigenen Antrieb Zusammenhänge aufzudecken.
  • Erfolgreiche Blogs machen ihre Owner mental robuster gegen Downs im Job und dem Lechzen nach Lob und Schulterklopfen.

Machen heißt loslegen

Die Blogs des Autors: Neben Strategig – der sich noch beweisen muss – läuft der Outdoor-Blog Hurra, draußen! mittlerweile richtig gut. Seit 2016 haben sich die Seiten im Juni 2020 auf 45k Nutzer und knapp120 k Seitenaufrufe hochgelevelt. Der Aufwand dafür: sehr hoch. Es lieber bleiben lassen? No way!

Tipps fürs Bloggen mit weniger Aufwand

  1. Niemand muss das alleine schaffen. Warum nicht einen Blog als Team starten?
  2. Macht den Blog zum Bestandteil eures Trainee-Programms.
  3. Ladet Gastautoren ein.
  4. Definiert gemeinsam Ziele, dokumentiert die Learnings, teilt das Wissen und feiert den Erfolg.

Es ist immer noch enorm viel Arbeit die privates Engagement erfordert. Egal: Einfach loslegen und noch bessere Digitalstrategen werden!

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