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Geht ins Herz: Playlist zur Zusammenarbeit mit (Digital)Strategen

Hand aufs Herz: Welcher Planner kennt es nicht. Erst begeistert in ein Projekt zu starten, dann am Ende gefrustet? Und nicht der Kunde war dafür verantwortlich, sondern die Zusammenarbeit im Team, obwohl alle auf dem gleichen Briefing arbeiten: Strategen, Account und Kreative. Schon beim internen Schulterblick klingt das Ergebnis schief. Herleitung, Headline, Struktur und die ersten Ideen passen nicht zusammen. Wie bei einer Playlist, bei der du nach jedem Song am liebsten das folgende Lied sofort skippen möchtest. Man fängt an zu diskutieren. Wo es einen Ober gibt, kotzt der Unter.

Wie kann es sein? Laien waren nicht am Werk, eher ein Haufen von Individualisten, die sich noch nicht zusammen geruckelt haben.

10 Songs die nicht nur die Zusammenarbeit mit Strategen berührt

Wie also mehr Spaß mit und bei der Zusammenarbeit zwischen (und mit) Strategen haben? Am besten fängt man bereits beim Projekt-Setup an, um die richtigen Leute auf den Job zu setzen. Im Projektverlauf ist es in erster Linie die Kommunikation, die stimmen muss. In der Summe sind es verschiedene Faktoren, die zum Problem werden und daher nicht symptomatisch behandelt, sondern einen ganzheitlichen Lösungsansatz bedürfen. Meine Top 10:

#1_ Be no master of desaster

Ohne Themenkompetenz geht es nicht. Ist es ein „No-Brainer“, dass die für den Job geeignetsten Leute auf einem Projekt arbeiten? Nicht unbedingt, aber bestimmt ein Erfolgsfaktor, wenn sich der Kunde verstanden fühlen will. B2B erfordert eine andere Denke als B2C. Es geht um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, deren Grundpfeiler darauf basieren, die gleiche Sprache zu sprechen. Weil am Ende will keiner hören will: „Das haben wir ihnen jetzt schon so oft erklärt„.

#2_Touch me the way I want

Präsentationen werden für Menschen und nicht für Unternehmen geschrieben. Strategen, die bereits erfolgreich Erfahrung gesammelt haben, wie ein Kunde tickt, bzw. worauf er in der Vergangenheit besonderen Wert gelegt hat, sollten federführend ins Projekt involviert werden. Oder zumindest einem Kollegen als Sparringspartner zur Seite gestellt werden.

#3_Transparent shining glance

Die Erfahrung eines Strategen ist nicht selten älter, als das bestehende Arbeitsverhältnis oder die Zusammenarbeit mit einem Projekt-Setup-verantwortlichen Kollegen. (Digitale) Setcards helfen, darin nach den Skills für den fachlich besten Strategen für ein Projekt zu scannen (zumindest, wenn das Team größer ist). Tipp: Jeder Kollege ist selbst verantwortlich, sein Profil aktuell zu halten. Vorteil: Die Profile sind eine wertvolle Grundlage, auf der die fachliche Weiterbildung eines Strategen entwickelt werden kann.

#4_See what our future brings

Leider kann man Strategen nicht klonen, wenn sie bereits auf einem anderen Projekt verkauft sind. Eine Projektplanung, die nicht nur „auf Sicht“ fliegt, sondern vorausschauend die richtigen „Ressourcen“ blockt, ist klar im Vorteil, um die richtigen Kollegen zur rechten Zeit in das Projekt einzubinden. Das Ressourcenproblem ändert sich nicht, weil es offenbar ohne immer die gleichen „Alten Hasen“ nicht geht? Dann hilft nur die gezielte fachliche Entwicklung juniorer Kollegen, oder das Team zu erweitern. Vielleicht will sich auch jemand aus der Beratung in der Strategie beweisen.

#5_Love takes time

Jeder in der Werbeagentur sollte eigentlich wissen, wie wichtig ein gutes Briefing ist. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass gerade in der Strategie eine Aufgabe unanständig laissez faire auf den Tischen des Kollegen landet. Die Wahrscheinlichkeit Erwartungen nicht gerecht zu werden beruht viel zu häufig auf Nachlässigkeit, mit der interne Arbeitsübergaben erstellt oder im Gespräch erläutert werden. Auch wenn Zeit Mangelware ist, braucht es gerade diese, für ein gutes Arbeitsergebnis. Ideal: Der Stratege ist gleich beim Briefing durch den Kunden dabei und kann aus seiner Sicht klärende Fragen stellen.

#6_SystemPreferences

Auch wenn fast jede Präsentation ein Unikat ist, können Referenzpräsentationen oder Templates helfen, ihre Strukturen zu systematisieren. Analysiert gemeinsam mit Beratung und Kreation die PPT-Decks und schafft so ein gemeinsames Verständnis, welche Bestandteile zur Agentur passen, dem Kunden und der Aufgabenstellung entsprechen. Wichtig: Die Strukturen müssen atmen können!

#7_Let the spaks fly

Kein Stratege ist allein so gut, wie das Team. Sprecht, diskutiert und sucht mit Begeisterung für die beste Lösung, die es zu vercharten gilt. Seit emotional aber fair und trinkt danach wieder ein Bier! Lasst die Funken sprühen! Kein Stratege allein ist so gut, wie das Wissen der Crowd. Und trinkt danach wieder ein Bier. Das schmeckt noch besser, wenn man sich respektiert und die Chemie stimmt.

8_No vanity, honey!

Besonders seniore Strategen haben ein enormes Know-how bei nicht wenig Selbstbewusstsein. Obacht! Das birgt die Gefahr zu glauben, es oft einfach besser zu wissen. Wenn auch in vielen Fällen berechtigt, ist das nicht selten eher eine subjektive Meinung und nicht weiter schlimm, sofern man auch gegenüber anderen Auffassungen ein offenes Ohr hat. Eine Lead-Funktion heißt nicht, Ansagen machen zu müssen, sondern zu können.

#9 Fight for your ideas (for a while)

Kämpft für eure Überzeugung, aber nicht bis zum bitteren Ende oder bis einer weint. Wenn andere Argumente besser sind, oder die andere Meinung zumindest keine negativen Auswirkungen auf das Projekt hat, kann man auch nachgeben. Das Wissen eines kritischen Mitarbeiters wird geschätzt, auch wenn am Ende lieber mit einem konstruktiven Kollegen zusammenarbeitet wird, der die Zusammenarbeit nicht unnötig kompliziert. Die Erfahrung sieht das offene Messer? Dann zum Teufel nicht klein beigeben! Es ist zu eurem Nutzen, dem der Agentur und des Kunden.

#10_ABC

Das Konzept soll gestern schon fertig sein? Warum die Kreation nicht schon mal in einen Think-Tank schicken und sie an Ergebnissen arbeiten lassen. Die strategische Herleitung fehlt. Egal? Natürlich nicht!

Wenn ein Stratege, aus Zeitmangel oder anderen Gründen einen Konzeptansatz, rückwirkend legitimieren soll, der logische Brüche enthält, ist einiges schiefgelaufen. Schlaue Kunden erkennen die Luftblase, wo Herleitung und Ableitung nicht stringent sind. Das lässt nicht nur den Strategen wie einen Deppen aussehen, sondern schwächt die Glaubwürdigkeit des Konzeptes, was am Ende der Reputation der Agentur schadet. Es könnte so leicht sein (wenn dies unter Zeitdruck nicht ein Widerspruch wäre). Ideal: Erst die Analyse, dann die Konklusion auf der die Kreativen eine flotte Polka tanzen. Oder alternativ den Strategen mit in den Think-Tank zu schicken und gemeinsam nach einer gangbaren Lösung zu suchen, mit der alle zufrieden sind. Denkbar sind auch kürzere Sprints, bei denen sich Kreation und Strategie zu den Ideen austauschen.

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